Im Windschatten seiner außenpolitischen Aggression vernichtet Donald Trump zeitgleich Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in den USA. Die Exekutive mischt sich in die Justiz ein, Angriffe auf Anwältinnen und Anwälte nehmen zu, die freie Advokatur ist bedroht. Die Vereinigten Staaten wurden deshalb von einer internationalen Koalition aus rund 40 Anwaltsorganisationen zum Fokusland des International Day of the Endangered Lawyer ausgewählt. Dieser findet jedes Jahr am 24. Januar statt und geht einher mit Dutzenden Veranstaltungen weltweit.
Zu diesem Anlass ist ein Experten-Bericht erstellt worden, der die konkreten Missstände benennt und bei einer Pressekonferenz mit der UN-Sonderberichterstatterin vorgestellt wird. Auf Wunsch senden wir diesen gerne vorab zu. Persönlich betroffene Anwält*innen aus den USA berichten bei einer Podiumsveranstaltung über ihre Lage und bei einer Kundgebung vor der US-Botschaft in Berlin zeigen Kolleg*innen aus Deutschland ihre Solidarität.
Wir laden Sie herzlich zur Berichterstattung ein!
Pressekonferenz
Datum: 22. Januar 2026, 16:00 Uhr
Ort: Online
Inhalt: Vorstellung des Experten-Berichts und Fragen
Anmeldung: unter diesem Link
Gäste:
- Margaret Satterthwaite, UN-Sonderberichterstatterin für die Unabhängigkeit von Richtern und Rechtsanwälten
- Nancy Hollander, Lawyers for the Rule of Law
- Catherine Morris, Lawyers’ Rights Watch Canada
- Vânia Costa Ramos, Präsidentin der European Criminal Bar Association
- Roman Završek, Präsident des Rates der Anwaltskammern und Anwaltsvereinigungen Europas
- Moderation: Ceren Uysal, European Association of Lawyers for Democracy and World Human Rights
Kundgebung
Datum: 23. Januar 2026, 13:00 Uhr
Ort: US-Botschaft, Pariser Platz 2, Berlin
Aufrufende Organisationen: Rechtsanwaltskammer Berlin, Vereinigung Demokratischer Jurist:innen, Vereinigung Berliner Strafverteidiger*innen, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein
Podiumsdiskussion
Datum: 27. Januar 2026, 18:00 Uhr
Ort: DAV-Haus, Littenstr. 11, 10179 Berlin
Organisationen: Deutscher Anwaltverein, Rechtsanwaltskammer Berlin, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein
Thema: Lage der Anwälte in den USA und Schutz der Rechtsstaatlichkeit in Deutschland
Anmeldung: unter diesem Link
Gäste:
- Ben Wizner, stellv. Leiter der Rechtsabteilung und Direktor des Center for Democracy der ACLU; Anwalt von Edward Snowden, tätig in Fällen zu gezielten Tötungen und Folter
- Rachel Cohen, ehem. Anwältin bei Skadden Arps Chicago, bekannt durch ihren Protest gegen US-Regierungsmaßnahmen gegen Kanzleien
- Moderation: Reed Brody, US-amerikanischer Anwalt für Menschenrechte, Sprecher von Human Rights Watch, beteiligt an Prozessen gegen Hissène Habré und Augusto Pinochet
Die Veranstaltung beleuchtet auch die Unterzeichnung des Europarats-Übereinkommens über den Beruf des Rechtsanwalts am 26. Januar und diskutiert dessen Potenzial, Demokratien vor ähnlichen Entwicklungen wie in den USA zu schützen.
Hintergrund: Der Tag der bedrohten Anwältin und des bedrohten Anwalts wird jeden 24. Januar in mehreren Städten, Ländern und Kontinenten abgehalten. Vergangenes Jahr war der Tag Belarus gewidmet, 2024 ging es um Iran, 2023 um Afghanistan und 2022 um Kolumbien. Etabliert haben den Aktionstag 2009 die Europäischen Demokratischen Anwältinnen und Anwälte (EDA), die damit einem Mord von 1977 gedenken: Damals töteten Faschisten drei Gewerkschaftsanwälte in deren Kanzlei in Madrid.
Kontakt:
RAV-Geschäftsführer, Dr. Lukas Theune: Lukas.theune@rav.de
RAV-Pressestelle: presse@rav.de oder 030-40048946


