Bundesweite Fachtagung bringt migrationsrechtliche Anwält*innenschaft aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen
Jena, 12. – 14. Juni 2026 – Erstmals kommt die migrationsrechtliche Anwält*innenschaft aus dem gesamten Bundesgebiet zu einer eigenständigen Fachtagung dieser Größenordnung zusammen. Zu den Anwaltlichen Migrationsrechtstagen in Jena werden mehr als 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet.
Die Tagung findet unter dem Titel „Entgrenzt“ zeitgleich mit dem Inkrafttreten der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) statt, die zu den umstrittensten migrationspolitischen Vorhaben der vergangenen Jahre zählt. Die Auswirkungen der Reform auf Rechtsschutz, Verfahrensgarantien und die anwaltliche Praxis werden daher einen der Schwerpunkte der Veranstaltung bilden.
Den Auftakt der Tagung macht am Freitag eine Diskussion mit dem ehemaligen Richter des Bundesverfassungsgerichts Dr. Ulrich Maidowski zum Thema „Richterliche Ethik und anwaltlicher Auftrag“. Im Mittelpunkt stehen die Rolle unabhängiger Gerichte, die Verantwortung der Anwält*innenschaft und die Frage, wie rechtsstaatliche Prinzipien in politisch polarisierten Zeiten verteidigt werden können.
Zugleich soll der Blick geweitet werden und bewusst über klassische juristische Formate hinausgehen. Die Anwaltlichen Migrationsrechtstage fragen danach, wo rechtliche Grenzen verschoben werden, wie neue Auslegungen und rechtspolitische Entwicklungen Handlungsspielräume eröffnen oder beschränken und wie Recht und gesellschaftliche Wirklichkeit aufeinander einwirken. Der Entwicklung einer Gegen-Erzählung in diesem Sinne soll beispielsweise das Podium „Migration als Mutter aller Lösungen – ein demokratietheoretisches Plädoyer für die offene Gesellschaft“ dienen.
Eine internationale Perspektive bringt eine Kollegin aus den USA ein. Sie berichtet über die Entstehung eines „dualen Staates“, in dem Notstands- und Antiterrorrecht zunehmend neben den regulären rechtsstaatlichen Garantien treten. Ihr Beitrag wirft die Frage auf, welche Gefahren solche Entwicklungen für Demokratie und Grundrechte bergen – auch über die Vereinigten Staaten hinaus.
Die Anwaltlichen Migrationsrechtstage richten sich in erster Linie an im Migrationsrecht tätige Anwältinnen und Anwälte. Podien und Workshops beziehen zugleich Perspektiven aus Justiz und Wissenschaft ein und schaffen Raum für den Austausch über die Zukunft eines Rechtsgebiets, das wie kaum ein anderes die politischen und gesellschaftlichen Konflikte der Gegenwart bündelt.
Ganz im Sinne des Tagungsmottos „Entgrenzt“ überschreitet das Programm klassische Fachkongressformate: Zwölf Workshops, Podien und Diskussionsrunden zu aktuellen Fragen des Migrationsrechts treffen auf musikalische und kulturelle Beiträge, die den Blick über die juristische Perspektive hinaus öffnen, so z.B. die Lesung von Ursula Krechel aus ihrem Werk "Vom Herzasthma des Exils" (Georg-Büchner-Preis 2025).
Weitere Informationen zum Programm:
www.migtag.de/programm
Öffentliche Einladung:
www.migtag.de/einladung
Die Tagung wird organisiert von einem Vorbereitungskreis, durchgeführt vom Republikanischen Anwältinnen- und Anwälteverein und unterstützt von ProAsyl, der Arbeitsgemeinschaft Migrationsrecht im DAV und Landesflüchtlingsräten.
Pressekontakt: presse@rav.de
Hinweise für die Berichterstattung:
Offen für Presse sind alle Programmpunkte bis auf die Workshops am Samstag (sollte hier Interesse an Berichterstattung bestehen, kann dies für einzelne Workshops vorab per E-Mail angefragt werden). Zutritt zur Konferenz erhalten nur von uns akkreditierte Personen. Bei der Anmeldung werden konkrete Bedingungen für die Berichterstattung mitgeteilt. Wir behalten uns vor, Presse jederzeit ohne Angabe von Gründen von der Konferenz auszuschließen. Ihr habt Kolleg*innen, die speziell über Migration berichten? Leitet unsere Einladung gerne weiter. Wir freuen uns über Euer Interesse und Berichterstattung!
Anmeldungen:
Wir bitten um Anmeldung unter presse@rav.de. Bitte schreibt uns dabei doch kurz dazu, für welches Medium Ihr tätig seid und falls Ihr Euch bestimmte Interviewpartner*innen wünscht.
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