Arne Timmermann, Fachanwalt für Strafrecht
Seminar Nr. 23/10
Die Verteidigung gegen Vergewaltigungs- oder Missbrauchsvorwürfe bedeutet für den Verteidiger/die Verteidigerin oft die Auseinandersetzung mit einer besonders feindlichen, emotionsgeladenen Prozesssituation.
Hier ist die Verteidigung zum Schutz der Beschuldigtenrechte und zum Kampf um ein rechtsstaatliches Verfahren besonders gefordert, sieht sich der Mandant doch häufig einer unerträglichen Vorverurteilung ausgesetzt.
In keinem Bereich der Strafverteidigung wirken sich die vielfach neu geschaffenen "Opferrechte" derartig aus. Nirgendwo sonst findet eine derartig direkte Einflussnahme von "Opferschutzorganisationen" auf das Ermittlungsverfahren und die Hauptverhandlung statt.
Zudem kommt dem Ergebnis aussagepsychologischer Begutachtung von Zeugen häufig eine entscheidende Bedeutung für das weitere Schicksal des einem Missbrauchsvorwurf ausgesetzten Mandanten zu.
Die sachgerechte und konfliktbereite Verteidigung in Sexualstrafsachen setzt die Kenntnis der prozessualen Besonderheiten dieser Verfahren sowie der einschlägigen Rechtsprechung, insbesondere zu den Anforderungen an aussagepsychologischen Gutachten, voraus.
Dieses Wissen soll praxisnah und aus spezifischer Sicht der Verteidigung im Seminar vermittelt werden.
- Verteidigung mit und gegen ausssagepsychologische Gutachten ("Null-Hypothese" gem. BGHSt 45, 164) neuere Entwicklungen in Aussagepsychologie und Rechtsprechung
- Voraussetzungen der Bestellung eines weiteren Gutachters, Auswahl und Qualifikation des Gutachters
- Massenbeschuldigungen in Missbrauchsverfahren
- Videovernehmungen durch die Polizei und deren Einführung in die HV, damit zusammen hängende Fragen der Akteneinsicht
- ausschließliche Ausübung des Fragerechts durch den Vorsitzenden (§ 241 a StPO)
- Entfernung des Angeklagten aus dem Sitzungssaal (§ 247 StPO)
- Verteidigungsstrategien bei Aussage-gegen-Aussage-Situation.
- Rolle von "Opferschutzorganisationen" im Ermittlungsverfahren und während der HV
- neue Rspr. zur Verbreitung/Besitz (kinder)-pornografischer Schriften im Internet (§§ 184 a, b StGB)
- Auswirkungen von Verteidigungsstrategien auf den späteren Vollzug einer Freiheitsstrafe (insbesondere bei bestreitenden Angeklagten)
ReferentArne Timmermann, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht in Hamburg
Kursort und TerminSprachschule Independencia, Weidenallee 37, 20357 Hamburg
4.12.10 | 10:00 – 16:00 Uhr (5 Std. Seminarzeit)
TeilnahmebetragMitglieder des RAV: 110,00 EUR
Nichtmitglieder: 160,00 EUR
inklusive Mehrwertsteuer