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Balint-Gruppenarbeit mit Anwältinnen und Anwälten

Dr. Arnulf Nüßlein, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Mediator Seminar Nr. 06/11
Der Psychoanalytiker und Arzt Michael Balint hat in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Methodik der Balintgruppen – zunächst für Ärzte – entwickelt. Heute wird dieses Konzept weltweit in der beruflichen Weiterbildung genutzt.
Der grundlegende Ansatz ist dabei, dass es besonders in dienstleistenden Berufen von entscheidender Bedeutung für den Erfolg ist, auf welche Art und Weise, also wie das „Medikament“, das berufsbezogene Wissen also, an diejenigen vermittelt wird, die Adressaten der professionellen Botschaft sind. Es ist nicht nur das durch die Juristenausbildung erworbene Spezialwissen, auf das es in der jeweiligen Situation ankommt. Gerade formalisierte Abläufe, wie sie im Gerichtsverfahren zwingend sind, verdecken den Umstand, dass es zwischen den Beteiligten oft erheblich „menschelt“. So führen auch und gerade in der professionellen Welt des Anwalts bewusste wie unbewusste Motive zu Ergebnissen, die oft schwer verständlich, manchmal geradezu paradox sind.  Dabei ist gerade da, wo es neben der fachspezifischen Kompetenz besonders auch um die eigenverantwortliche, persönliche Beziehung zum Mandaten, zur Büroangestellten, zum Kollegen oder auch zum Richter geht, ein geschultes Verständnis der zwischenmenschlichen Zusammenhänge von außerordentlicher Wichtigkeit. In der Balint-Gruppe geht es darum, sich dieses Beziehungsgeflechts, an dem man selbst Anteil hat, bewusst zu werden und an dieser Problematik gezielt zu arbeiten:
In einer Gruppe von bis zu 12 Teilnehmern werden Fallbeispiele aus der täglichen Arbeit besprochen und auf der Grundlage der Gruppenanalyse untersucht. Ein wichtiges Element des beruflichen Erfahrungsaustauschs ist dabei der Umstand, dass jede/r Gruppenteilnehmer/in seine/ihre Sicht der Dinge frei und ohne Hemmungen in den Diskurs einbringen kann. Die sog. „freie Assoziation“ bringt Lebendigkeit in den Gruppenverlauf und führt im Ergebnis dazu, dass neue Handlungsspielräume entdeckt und Lösungen gefunden werden, auf die der/die Einzelne trotz heftigen Nachdenkens niemals gekommen wäre.
Für den/die Teilnehmer/in kann ein Ergebnis des Seminars sein, dass das gemeinsame Erleben des Gruppenprozesses – der zuweilen aufregend ist – als besondere persönliche Bereicherung erlebt wird. Ziel des Gruppenprozesses ist es aber immer, dass jede/r Teilnehmer/in eine konkrete Problemlösungsperspektive für den beruflichen Alltag mit nach Hause nimmt.

Referent
Dr. Arnulf Nüßlein, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Mediator (DAA), ist als Gruppenanalytiker (Inst. f. Therapeutische u. Angewandte Gruppenanalyse Münster) in der Personal- u. Organisationsberatung sowie als Einzelberater (Coaching) tätig. Kursort und Termin
Burg Bodenstein bei Worbis: Die landschaftlich sehr schön gelegene Burg Bodenstein im Eichsfeld bei Worbis erreicht man über die Autobahn Göttingen, über Duderstadt oder Leinefelde (Bahnverbindung: Göttingen – Eichenberg – Worbis)
Die Burg Bodenstein bietet kompletten Service mit gepflegten 1- oder 2-Bettzimmern. Sauna, vier Mahlzeiten pro Tag, Kaminzimmer.
18. - 20.03.11 | Fr, 18. März 2011, 19.30 Uhr bis So, 20.März 2011, 13.00 Uhr Teilnahmebetrag
290,00 EUR RAV-Mitglieder
320,00 EUR Nichtmitglieder
inklusive Mehrwertsteuer Anmeldung (PDF)