Sie sind hier: RAV > PublikationenMitteilungen

Wider das Schweigen – der Kampf gegen die Straflosigkeit von Völkerrechtsverbrechen

Kategorie: Globale Gerechtigkeit Völkerstrafrecht

Diskussionsveranstaltung, Hamburg 12.5.2011

Die Aufarbeitung schwerster und massenhafter Menschenrechtsverletzungen, die Entschädigung der Opfer und Überlebenden und die Aussöhnung der Konfliktparteien sind zentrale gesellschaftliche Herausforderungen nach dem Ende diktatorischer Regime oder der Beendigung bewaffneter Konflikte. Besondere Aufmerksamkeit erlangt dabei regelmäßig auch die strafrechtliche Verfolgung makrokrimineller Verbrechen, denn dieser wird – trotz durchaus gewichtiger Bedenken im Detail - eine spezifische Bedeutung für die juristische Vergangenheitsbewältigung beigemessen. Der „Kampf gegen die Straflosigkeit“ der Täter/innen erweist sich aus dieser Perspektive für viele Regionen als notwendige Bedingung für die Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen.

Hiervon zeugen die Auseinandersetzungen in Argentinien und Guatemala, über die Wolfgang Kaleck und Annette Fingscheidt referieren werden. Sie geben einen profunden Einblick über die unterschiedlichen politischen und juristischen Rahmenbedingungen, aber auch über die Bedeutungen der Verzahnung von sozialen Kämpfen mit menschenrechtlichen Initiativen sowie deren kreative Nutzung nationaler wie transnationaler Foren. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der jüngsten Verurteilung des argentinischen Ex-Diktators Jorge Rafael Videla und weiterer ehemaliger hochrangiger Militärs durch ein Bundesgericht im Dezember 2010 wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ können die Erfahrungen der argentinischen Menschenrechtsbewegung, über die Wolfgang Kaleck berichten wird, wichtige Impulse für die zukünftige juristische Menschenrechtsarbeit geben.

Es nehmen teil:

Einführung: Dieter Magsam (Rechtsanwalt, RAV)

Argentinien als Modell für transnationale Strafverfolgung von Menschenrechtsverbrechen?: Wolfgang Kaleck (Rechtsanwalt, Generalsekretär des ECCHR und Sprecher der Koalition gegen Straflosigkeit)

Aufarbeitung des Völkermords in Guatemala. Das Beispiel Rio Negro: Annette Fingscheidt (Sozialanthropologin, pbi)

Moderation: Nassim Madjidian (haj)

Veranstalter: Hamburgs Aktive Jurastudierende (HAJ) in Zusammenarbeit mit dem Republikanischer Anwältinnen– und Anwälteverein (RAV) und peace brigades international (pbi)

Termin: Donnerstag, 12. Mai 2011 um 18.30 Uhr
Ort: Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1 (Hauptgebäude) ESA C, 20146 Hamburg

Der Eintritt ist frei

(PDF)