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Resozialisierung light
Ohne deutschen Pass: keine Chance im Strafvollzug?

Kategorie: Strafvollzug

5. Berliner Gefangenentage 25./26.10.2019

›Kriminelle Ausländer konsequent abschieben‹, fordert inzwischen nicht nur die rechtspopulistische Propaganda. Leider sind solche immer schon latent vorhandenen Einstellungen auch innerhalb des Strafvollzuges und bei den Gerichten stärker geworden.

Therapieangebote, Vollzugslockerungen und Wiedereingliederungsmöglichkeiten? Für Menschen ohne sicheren Aufenthaltsstatus in Deutschland gibt es wenig bis keine. Und das ist gewollt. Ohne Chancen im Vollzug wird das Rückfallrisiko erhöht. Es stellt sich die Frage von Ursache und Wirkung.

Auf den 5. Berliner Gefangenentagen vom 25. bis 26. Oktober 2019 soll diskutiert werden, welche Möglichkeiten gerade für ausländische Inhaftierte für eine gelungene Resozialisierung bestehen. Weg von der populistischen Debatte über ›kriminelle Ausländer‹ und damit einhergehenden Problemen im Strafvollzug wollen wir u.a. mit Richter*innen, Vollzugsmitarbeiter*innen, Gutachter*innen, Strafverteidiger*innen und Studierenden diskutieren, welche Behandlungsmöglichkeiten geschaffen werden müssen, um Rückfälle in die ›Kriminalität‹ zu vermeiden. Auch stellt sich die Frage, wie medial geförderte und durch Teile der Politik populistisch ausgenutzte Vorurteile durchbrochen werden können.

Vorläufiges Programm:

Freitag 25.10.2019 | 15 Uhr | Juristische Fakultät, Bebelplatz 2,  Raum 144

Einführung in strafvollzugs- und strafvollstreckungsrechtliche Verfahren – Basiswissen für Interessierte (insb. auch für Studierende)
Rechtsanwältin Ria Halbritter und Rechtsanwalt Dr. Jan Oelbermann (beide Berlin)

18 Uhr | Ort wird noch bekanntgegeben

Impulsvortrag: Prof. Christine Graebsch (Universität Dortmund)

Podiumsdiskussion:

Dr. Dirk Behrendt, Justizsenator Berlin (Bündnis 90 / Die Grünen), angefragt
Engelhard Mazanke (Leiter Ausländerbehörde Berlin), angefragt
Prof. Christine Graebsch (Universität Dortmund)
Dipl. Psych. Silvia Hawliczek (SenJustVA Berlin)
Rechtsanwalt Sebastian Scharmer (Berlin)
Moderation: Rechtsanwalt Lawrence Desnizza (Berlin)

anschließend Brezeln und Umtrunk

Samstag, 26.10.2019 | 10:00 Uhr | genauer Ort wird noch bekanntgegeben

›Festvortrag‹
Aufenthaltsrecht und Strafvollzug: Rechtsanwalt Björn Cziersky-Reis (Berlin)

11:15 Uhr | Aufteilung in die AGs | Die genauen Räume der AGs werden noch bekanntgegeben

AG I
Auswirkungen des aufenthaltsrechtlichen Status auf den Vollzug

RiLG Baron (Berlin), angefragt
Bill Borchert (Anstaltsleiter der JSA Berlin)
Michaela Stiepel (Psychologin in der JSA Berlin)
Prof. Graebsch (Universität Dortmund)
Moderation: Rechtsanwältin Dr. Annette Linkhorst (Berlin)

AG II
Auswirkungen des aufenthaltsrechtlichen Status auf die Vollstreckung

RiKG Dr. Kessel (angefragt)
Hon. Prof. Dr. Sabine Nowara (Universität Köln)
GenStA Berlin N.N, angefragt
Moderation: Rechtsanwältin Henriette Scharnhorst (Berlin)

13:00 Uhr Pause und Möglichkeit zum Austausch bei Fingerfood und Getränken

14:00 Uhr

Auswertung und Abschlussdiskussion im ›World Cafémit allen Teilnehmenden
Moderation: Rechtsanwältin Ursula Groos und Rechtsanwalt Olaf Söker

Insgesamt wird es – wie bei allen Gefangenentagen – die Möglichkeit geben, sich für die effektive Vertretung in vollzugs- und vollstreckungsrechtlichen Verfahren fortzubilden.
Die Veranstaltung umfasst insofern auch fünf Fortbildungsstunden nach FAO.

Die Gefangenentage werden durch den gemeinsamen Arbeitskreis Strafvollzug (der Vereinigung Berliner Strafverteidiger und des RAV, www.arbeitskreis-strafvollzug.de) in Kooperation mit der Humboldt-Initiative organisiert und finden wieder in den Räumen der Humboldt-Universität zu Berlin statt. Die genauen Tagungsräume werden noch bekannt gegeben.

Teilnahmebeitrag:
€ 60,00 
Mitglieder des RAV und der StVV Berlin
€ 90,00 Nichtmitglieder
Für Studierende und Referendar*innen ist die Teilnahme kostenfrei.
Von Mitarbeiter*innen aus Vollzug und Verwaltungen freuen wir uns sehr über einen Beitrag auf freiwilliger Basis!

Anmeldung erbeten bis zum 27.09.2019 an: fortbildung@rav.de